Dunkle Momente von Elisa Hoven / Rezension

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Autorin:
Elisa Hoven, 1982 in Berlin geboren, ist Professorin für Strafrecht an der Universität Leipzig und Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof. Sie hat in Cambridge, Harvard, Berkeley, Los Angeles, Phnom Penh, Basel und Sydney geforscht. Ihre Leidenschaft ist das Strafrecht, sie beschäftigt sich mit der Genese und den Folgen von Verbrechen. Neben belletristischer Literatur veröffentlicht sie auch im Sach- und Kinderbuch. Elisa Hoven lebt in Berlin und hat zwei Kinder (© Fischer Verlage).

Klappentext:
Eva Herbergen ist Strafverteidigerin mit ganzer Seele. Ihre Aufgabe ist es, Menschen vor Strafe zu bewahren: die berühmte Schriftstellerin, den gebrechlichen Millionär, die überforderte Stiefmutter. Sie weiß, es braucht nicht viel, dass aus einem Menschen ein Verbrecher wird, vielleicht sogar ein Mörder. Es genügt ein dunkler Moment, der die Wendung markiert – zum Opfer oder zum Täter. Auch Eva kämpft mit diesen Grenzen, die sie selbst schon überschritten hat, mit den blinden Flecken unserer moralischen Verurteilung. Mit jedem Fall, den Eva erzählt, in dem die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Recht verschwimmt, lösen sich ihre Gewissheiten auf. Bis sie sich fragt, welche Konsequenzen sie ziehen muss (© Fischer Verlag)
Rezension:
Eva Herbergen ist 60ig Jahre alt und Strafverteidigerin. Sie liebt ihren Beruf und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Mandanten vor Strafen zu bewahren. Zu ihren Klienten gehören zum Beispiel eine Schriftstellerin, ein älterer Millionär, eine Stiefmutter und Menschen aus völlig verschiedenen Gesellschaftsschichten. Eva Herbergen ist davon überzeugt, dass jeder Charakter zu einem Verbrechen fähig ist, wenn ihn ein dunkler Moment ereilt. Auch Eva selbst hat ein Geheimnis und kämpft tagein und tagaus mit ihren Grenzen, die sie doch auch schon einmal überschritten hatte.
Fazit:
Elisa Hoven ist selbst Strafverteidigerin und Richterin. Sie erzählt in diesem Roman neun ihrer Fälle, bzw. die Fälle von Eva Herbergen. Ich fand jeden Fall sehr interessant und die Autorin hat mich mein Denken über Straftäter überdenken lassen. Eva Herbergen möchte eigentlich ihre Zulassung als Verteidigerin zurückgeben, um sich in ihren wohlverdienten Ruhestand begeben. Dabei überdenkt sie den ein oder anderen Fall und muss sich selbst die Frage stellen, ob sie immer richtig gehandelt hat. Waren die Mandanten eines Verbrechens schuldig und sie kämpfte für ihre Freiheit, oder waren sie unschuldig und Eva konnte ihnen nicht die Freiheit schenken?
Alle neun Fälle waren sehr unterschiedlich und mit dem Hintergedanken, dass es sich um wahre Fälle handelte, war ich oft hin- und hergerissen. Den ein oder anderen Fall fand ich langatmig, durch andere bin ich nur so durchgerasselt. Es war auf jeden Fall ein interessantes Buch und es erhält von mit 4 von 5 Sterne.