Flüsterzeit von Petra Palumbo / Rezension

Flüsterzeit von Petra Palumbo / Rezension

© Cover: Stadler Verlag
© Foto: nadys-buecherwelt.de

Autorin:

Petra Palumbo, geboren 1973 in Singen am Hohentwiel, schreibt seit ihrer frühesten Kindheit und veröffentlichte unter dem Pseudonym Luzi van Gisteren zahlreiche Krimikomödien. Sie ist Herausgeberin der italienischen »Super-Nonna-Serie«, arbeitet im Marketing und unterrichtet »Kreatives Schreiben« für Jugendliche und Erwachsene.
Mehr als sieben Jahre arbeitete sie an der Entstehung ihres ersten historischen Romans »Flüsterzeit«. Das Werk, durchzogen von autobiografischen Bezügen, versteht die Autorin als Hommage an ihre Bodenseeheimat. Nach vielen Jahren in München lebt sie heute mit ihrer Familie in Radolfzell am Bodensee.

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Klappentext:

Ende des 19. Jahrhunderts in einem Landstrich zwischen Bodensee, Oberschwaben und vulkanischem Hegau: Missernten und Kartoffelfäule stürzen die Großfamilie Manogg in elende Armut. Der Hoferbe Franz sieht keinen anderen Weg, als seine Geschwister Friedrich und Emilia in die Fremde zu schicken. Nur der jüngere Bruder Sidon soll bei ihm auf dem Hof bleiben. Zwischen hartem Landleben und dem Aufbruch in eine neue Zeit hoffen alle auf eine bessere Zukunft. Emilia findet eine Anstellung als Dienstmagd im schweizerischen Eschenz, während Friedrich 1888 ins Saarland emigriert. Dort floriert die Hochindustrie, und er kann sich bis in die gehobenen Gesellschaftskreise vorarbeiten. In den folgenden Jahrzehnten überschlagen sich die Ereignisse: Krieg, Revolution und der Aufstieg des Nationalsozialismus spalten das Land zusehends. Während der Hof weiterhin im Familienbesitz der Manoggs bleibt, wagt ein Teil der Nachfahren den Aufbruch und wandert voller Hoffnung nach Amerika aus.

Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆ (3 von 5 Sternen)

Eine bewegende Familiengeschichte, die mich leider nicht ganz überzeugen konnte.

Der historische Roman Flüsterzeit erzählt die Geschichte der bäuerlichen Familie Manogg, deren Leben durch Missernten, Schicksalsschläge und gesellschaftliche Umbrüche geprägt wird. Über mehrere Generationen hinweg begleiten wir die Familienmitglieder auf ihren unterschiedlichen Lebenswegen, zwischen Heimatverbundenheit, Hoffnung und dem Wunsch nach einem besseren Leben.

Man merkt deutlich, wie viel Recherchearbeit die Autorin in diesen Roman gesteckt hat. Die historischen Hintergründe sind sorgfältig ausgearbeitet und vermitteln einen interessanten Einblick in die damalige Zeit. Das hat mir durchaus gefallen.
Leider konnte mich die Geschichte dennoch nicht wirklich begeistern.
Besonders der Schreibstil machte es mir schwer, in einen angenehmen Lesefluss zu kommen. Die Vielzahl an Protagonisten und die häufigen Wechsel zwischen den einzelnen Handlungssträngen und Zeitebenen empfand ich als anstrengend. Zwar steht vor jedem Kapitel, um welche Person es gerade geht, dennoch fiel es mir schwer, den Überblick zu behalten und eine tiefere Verbindung zu den Figuren aufzubauen.
Hinzu kam, dass sich die Handlung für mich stellenweise sehr langatmig anfühlte. Es ist definitiv kein Roman, den man einfach so nebenbei wegliest. Vielmehr verlangt er Aufmerksamkeit und Konzentration.

Mein Fazit:

Flüsterzeit ist ein historisch gut recherchierter Familienroman, der sicherlich Leserinnen und Leser begeistern kann, die gerne tief in umfangreiche Familiengeschichten eintauchen. Mich persönlich konnte er trotz der interessanten geschichtlichen Hintergründe leider nicht mitreißen.

Für die sorgfältige Recherche und die historischen Einblicke vergebe ich 3 von 5 Sternen. ⭐⭐⭐☆☆

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