Im Jahr der Waldblüte von Bettina Seidl / Rezension

Im Jahr der Waldblüte von Bettina Seidl / Rezension

Autorin:

Bettina Seidl wuchs auf einem Bauernhof in den Berchtesgadener Bergen auf. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte in Regensburg ist sie heute in der Erwachsenenbildung tätig. Mit ihrer Familie lebt sie im Chiemgau. Doch am liebsten ist sie in den Bergen rund um den Königssee unterwegs, wo sie auch die Inspiration zu ihren Geschichten findet. 

Klappentext:

Alle sieben Jahre blüht der Wald. So auch 1940 bei der Geburt von Babette Koller in einem Bergbauernhof oberhalb von Berchtesgaden. Seitdem ist ihr Leben eng mit dem Rhythmus der Natur verbunden. 
Immer wenn der Wald blüht, nimmt Babettes Leben eine entscheidende Wende.
Von der Mutter gedrängt, heiratet sie mit 21 in eine angesehene Familie, obwohl sie einen anderen liebt. Nur ihrer kleinen Tochter Anna zuliebe fügt sie sich 14 Jahre in eine Ehe, die ihr kaum Freiraum lässt. Ganz anders ihre Schulfreundin Burgi, die früh der Enge ihres Elternhauses entflieht und ihrem Drang nach Freiheit unbeirrt folgt. Beide Frauen zahlen einen hohen Preis, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Aber sie gehen konsequent ihren Weg.
Zwei ergreifende Frauenschicksale. Ein uraltes Handwerk. Ein Leben im Einklang mit der Natur.

Rezension

Wir begleiten in diesem Roman zwei Frauenschicksale, die mich sehr berührt haben.
Babette Koller wird 1940 in Berchtesgaden geboren und wächst auf einem Bauernhof auf. Sie liebt die Natur und ganz besonders den nahegelegenen Wald, der nur alle sieben Jahre blüht. Verwunderlich ist, dass genau zu dieser Zeit immer etwas Entscheidendes in Babettes Leben geschieht. Mit 21 Jahren heiratet sie auf Drängen ihrer Mutter in eine reiche und angesehene Familie ein. Doch von Liebe kann bei Babette keine Rede sein. Ihr Herz gehört schon lange Ludwig, den sie bereits aus Kindertagen kennt.

Natürlich versuchen Babette und ihr Mann Georg, eine Familie zu gründen, doch viele Jahre bleibt der ersehnte Nachwuchs aus. Als Babette schließlich schwanger wird, verschweigt sie zum Wohl ihrer kleinen Tochter Anna, wer tatsächlich deren Vater ist. So glauben sowohl Georg als auch Anna, dass sie Vater und Tochter sind.
14 Jahre lang fügt sich Babette in eine Ehe, in der sie nie wirklich glücklich war.
Ihre beste Freundin Burgi, die sie bereits seit der Schulzeit kennt und die zweite Hauptprotagonistin ist, lässt sich dagegen nicht von ihren Eltern in eine Ehe drängen und geht ihren eigenen Weg.

Auch Babette möchte nicht länger schweigen und zieht schließlich einen Schlussstrich unter ihre Ehe mit Georg, ohne jedoch ihr großes Geheimnis preiszugeben.

Fazit:

Bettina Seidl hat mit Im Jahr der Waldblüte einen sehr berührenden und poetischen Roman geschrieben. Die Charaktere sind wunderbar bildlich und authentisch beschrieben, sodass ich sofort in die Geschichte hineingezogen wurde.
Ich konnte diesen Roman kaum aus der Hand legen und habe mit Babette mitgelitten, mitgefiebert und gehofft. Besonders gut gefallen hat mir der wunderbar flüssige und fesselnde Schreibstil. Die Seiten sind nur so dahingeflogen.
Für mich ist Im Jahr der Waldblüte eine wunderschöne und emotionale Geschichte über Liebe, Entscheidungen, Freundschaft und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.
Von mir gibt es sehr gerne 5 von 5 Sternen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher dieser Autorin!

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